Barfusstherapie

Im Dialog mit der Lebensenergie
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Die Bedeutung von Kopf, Herz und Händen in der Heilkunst

Unser Gesundheitssystem steckt in der Sackgasse. Neben den horrenden Kosten ist es längst selbst zur grössten Krankheitsursache geworden. Der folgende Artikel zeigt, welchen Grundlagen für eine Neuorientierung sinnvoll sind.
Der Philosoph Ivan Illich hat schon vor fast 50 Jahren darauf hingewiesen, dass rund 90% der ärztlichen Dienstleistungen von sogenannten Barfuss-Ärzten bzw. - Therapeuten besser erbracht werden könnten1. Eine Grundausbildung der wichtigsten, dazu notwendigen Kompetenzen würde genügen.
Das Sprechzimmer sollte wieder seinen ursprünglichen Zweck erfüllen. Der Patient oder Klient muss sich aussprechen können. Die wichtigste Fähigkeit der Barfuss-Therapeutin hier ist das Zuhören. Das daraus entstehende Vertrauen ist bereits ein wesentlicher Schritt im Heilungsprozess.
Der nächste Schritt ist dann - statt der heute üblichen Diagnose - die Befundung. Die Therapeutin muss feststellen, was der Klient im Moment braucht. Ihr wichtigstes Werkzeug sind ihre Hände. Sie hat gelernt, was Ärzte früher konnten, nämlich den Körper zu spüren und daraus die Behandlung abzuleiten.

Der Mensch ist ein geistiges Wesen

Die Barfuss-Therapeutin begreift den Menschen als ein lebendiges und beseeltes Wesen. In seinem Körper spiegeln sich seelisch-geistige Zustände. Neben physischen Krankheitsursachen, die durch Unfälle oder Vergiftungen entstehen, sind es hauptsächlich psychische, bzw. psychosoziale Faktoren, die sein Wohlbefinden beeinträchtigen können.
Der menschliche Organismus muss als Wunderwerk unzähliger Regulationsvorgänge gesehen werden, die alle miteinander in Beziehung stehen. Die Therapeutin hilft, die jeweils notwendigen Bedingungen für gesunde Regulation wiederherzustellen.
Neben seinen physischen Bedürfnissen braucht der Mensch vor allem gute Beziehungen zu sich selbst, zu seinem Nächsten und zu Gott; dies alles im richtigen Mass.

Der lebendige Körper

Die Lebenskraft, die in der älteren Heilkunde noch als entscheidender Faktor gesehen wurde, muss wiedererkannt und gewürdigt werden. Sie zeigt sich primär im Bindegewebe. Dieses umgibt sämtliche Organe und Gewebe und reguliert deren Funktionen. Auch das Immunsystem, Gefässe und Nervensystem sind in dieses halb-flüssige Milieu eingebettet2. Die Therapeutin kann daher über die Haut ertasten, wie gut das Bindegewebe von den Kräften des Lebens durchströmt wird.

Krankheit verstehen

Was wir als Krankheit verstehen, sind im Grunde genommen biologische Regulationsvorgänge. Überschreitet deren Intensität ein gewisses Mass, fühlen wir uns krank. Eine Vergiftung erfordert zum Beispiel vermehrte Peristaltik des Magen-Darm-Traktes, was dann Erbrechen und/oder Durchfall bewirkt. Schmerzen signalisieren eine Störung, die in der Regel vor allem Ruhe braucht, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen.
Konflikte und Gewalt bewirken Traumata, das heisst, dass gewisse Regulationsvorgänge nicht zur Normalfunktion zurückführen, sondern sich dort einpendeln, die nicht mehr im «Wohlfühlbereich» liegen. Auch kleine oder lang zurückliegende Traumata wirken sich diesbezüglich aus, wenn sie im Alltag immer wieder getriggert werden. Die Auslöser dazu sind uns meistens gar nicht bewusst.
Aus diesen Gründen mag es für viele erstaunlich klingen, dass die meisten gesundheitlichen Störungen die Folgen früher erlittener Traumata sein sollen. Die Forschung der letzten 40 Jahre belegt diesen Zusammenhang jedoch eindeutig3.

Therapie

Die Barfuss-Therapeutin orientiert sich nicht an Krankheitsbildern, sondern an der potentiellen Gesundheit ihres Klienten4. Im Gespräch führt sie ihn aus der Opfer- in die Schöpferrolle zurück, d.h. sie hilft ihm zu erkennen, dass Heilung letztlich nur aus ihm selbst entstehen kann. Sie erkennt, wieweit Spiritualität, soziale Beziehungen, Ernährung und Bewegung dabei eine Rolle spielen und hilft ihm, eventuell notwendige Verhaltensänderungen anzubahnen.
Sie behandelt den Klienten mit ihren Händen so, dass er seinen Körper wieder als guten Diener wahrnehmen kann. Ein kleines Repertoire an heute gängigen Therapiemethoden ist dabei von Vorteil. Wenn sie versteht, worum es dabei jeweils geht, braucht sie keine langen Ausbildungen, sondern kann durch eigenes Kombinieren und Ausprobieren der Therapie-Grundlagen gute Ergebnisse erreichen.
Das Wichtigste ist ein exakter Befund, der ihr den jeweils nächsten Schritt vorgibt. Hervorragend dazu geeignet ist ein Tastbefund im Bindegewebe5. Mit ihm kann auch die Wirkung verschiedener Naturheilmittel getestet werden, die dem Organismus weitere Heilimpulse vermitteln. Übungs-Empfehlungen für Körper, Seele und Geist runden das Angebot der Barfusstherapeutin ab.

Ausblick

Wenn unser Gesundheitssystem gesunden soll, könnten Barfuss-Therapeutinnen wesentlich dazu beitragen; gerade auch als Unterstützung der wenigen verbliebenen wirklich guten Ärzte. Die dazu notwendigen Ausbildungsstätten oder Barfuss-Unis müssten noch geschaffen werden. Das Potenzial dazu ist vorhanden und die Zeit dafür scheint mir reif.
Barfuss-Therapeutinnen müssen nicht einmal hauptberuflich tätig sein. Gutes vernetzt- Sein und gegenseitige Unterstützung trügen zu einer optimalen Gesundheits-Versorgung der Bevölkerung bei.
Riskante Methoden und giftige Medikamente gehörten so der Vergangenheit an. Wie schon gesagt, braucht die Barfuss-Therapeutin auch keine akademische Ausbildung. Sie hat stattdessen einen hellen Kopf für das nötige Wissen, ein gutes Herz für ihren Klienten und feinfühlende Hände für effiziente Behandlungen.

Der Sinn der Barfusstherapie

Das moderne Gesundheitssystem hat den klassischen Hausarzt fast verdrängt. Nur noch bei wenigen Ärzten können sich Patienten wirklich aussprechen, und kaum einer behandelt noch im eigentlichen Sinn - nämlich mit seinen Händen.
Diese wichtigen Funktionen erfüllt heute am ehesten die sogenannte Komplementär-Therapie. Leider zeigt sich dieser Bereich fragmentiert in unzählige Fachrichtungen und ist kaum ins öffentliche Gesundheitssystem integriert. Für den Laien ist es daher schwierig zu entscheiden, was sie oder er wirklich braucht.
Das Konzept der Barfusstherapie will mithelfen, die allgemeine Krise des Gesundheitswesens zu überbrücken, bis in einer neuen Gesellschaft eine integrale Medizin wieder für die Menschen da ist.
Die Barfusstherapeutin (das kann natürlich auch ein Mann sein) hilft Menschen dabei, gesund zu werden und gesund zu bleiben. Dazu braucht sie weder einen akademischen Hintergrund noch technische Hilfsmittel. Sie braucht lediglich ein offenes Herz und sensible Hände; dazu gute Kenntnisse anatomischer und physiologischer Zusammenhänge und natürliche Heilmittel.
Alle Formen der Naturheilkunde und der Körpertherapie beruhen auf Selbstregulation bzw. Selbstheilung. Die Barfusstherapie bedient sich der Grundlagen verschiedener Formen und fügt sie zu einem neuen, nachvollziehbaren Handlungsrahmen zusammen.
Die erste Aufgabe der Therapeutin besteht darin herauszufinden, was dem Menschen fehlt und was er wirklich braucht. Im heilsamen Gespräch leitet sie ihren Klienten an, in sich selbst zu spüren und seine wahren Bedürfnisse wahrzunehmen und auszudrücken. Statt über Krankheit zu reden, liegt der Fokus auf Gesundheit. Der Mensch muss verstehen, wie er als ganzheitliches Wesen «funktioniert», warum er krank geworden ist, bzw. warum er diese Symptome bekommen hat. Er soll erkennen, wie er selbst zu seiner Genesung beitragen kann und welche Ressourcen ihm dafür zur Verfügung stehen. Aaron Antonovsky1 hat diesen Prozess schon in den Siebzigerjahren als Salutogenese beschrieben.
Für die zweite Aufgabe, die eigentliche Behandlung, braucht die Therapeutin ihre Hände. Auch da geht es primär darum, zu erfahren, was der Mensch wirklich braucht. Sie hat ihren Tastsinn so verfeinert, dass sie spürt, welche Bereiche des Körpers blockiert sind.
Sie kennt das chinesische Modell von Yin und Yang und weiss um den Energiefluss in den Meridianen, der wie ein feinstoffliches Bewässerungssystem jedes Organ und jede Körperstruktur bedient.
Sie ertastet auch die sogenannten Reflexzonen und schliesst daraus auf den Zustand der Organe. Sie nutzt das subtile Zusammenspiel der Meridiane und Reflexzonen als Behandlungsgrundlage. Vor allem das weiche Bindegewebe des Rückens reagiert reflektorisch auf die feinsten inneren oder äusseren Impulse. Mit ihrem Tastbefund kann die Therapeutin nun jeden weiteren Behandlungsschritt überprüfen.
Anatomie und Physiologie gehören zu ihrem theoretischen Wissen. Sie weiss, wie Körperstrukturen und deren Funktionen unmittelbar zusammenspielen. Sie spürt die subtilsten Fehlfunktionen der Knochen, der Organe und vor allem des Nervensystems auf und bringt sie in die richtige Ordnung zurück.
Ihre dritte Aufgabe besteht darin, allenfalls unterstützende oder gar notwendige Heilmittel der Naturheilkunde zu finden, die sie wiederum individuell austestet. Der Vorteil dieser Methode besteht darin, dass der Körper genau weiss, was er braucht, und so nicht zusätzliche Energie aufwenden muss, um sich mit einem zwar gut gemeinten, aber für ihn unpassenden Mittel auseinanderzusetzen.
Natürlich braucht es oft mehrere Sitzungen, bis diese neue Ordnung im Organismus des Menschen stabilisiert ist. Manchmal helfen bestimmte Übungen dazwischen, um den Heilungsprozess zu unterstützen. Christel Heidemann, die Begründerin dieses Tastbefundes, verglich Körpertherapie mit dem Stimmen eines Instrumentes. «Darauf spielen muss der Mensch wieder selber!», betonte sie dabei.

Zusammenfassung

Barfusstherapie versteht sich als Methode, die dem Menschen hilft, seine wahren Bedürfnisse zu erkennen, körperliche Blockaden zu lösen und geeignete und sichere Heilmittel zu finden.
Der Grundkurs zur Barfusstherapeutin vermittelt sowohl Laien wie auch interessierten Fachleuten ein Bewusstsein dafür, was der Mensch wirklich braucht. Praktisch steht das systematische Erlernen des Tastbefundes im Vordergrund. Alles Erlernte kann sofort angewendet und mit bestehendem Wissen und Können verbunden werden.